Spannende Diskussion im Martens Center

Eine lebhafte Debatte zum Thema "Flüchtlingskrise und unsere Generation" am 02.03. bei der JU Brüssel. Themen ansprechen statt totschweigen - das war unser Motto. Dazu luden wir drei Sprecher ein, die allen unseren parteipolitischen Werten nahe stehen, aber doch ganz unterschiedliche Sichtweisen einnehmen. Ein akademischer, politischer und christlicher Ansatz waren mit Roland Freudenstein, Policy Director des Wilfried Martens Centre for European Studies, Dr. Tim Peters, Vorsitzender der CDU Brüssel-Belgien, und Olga Siebert vom Jesuit Refugee Service Europe vertreten. Von der Kontrolle der Außengrenzen, über Menschenrechte und kulturellen Herausforderungen der Integration - alle Themen wurden auf den Tisch gebracht. Gut 20 junge Menschen folgten der Einladung.
Das Aufbrechen alter europäischer Grundkonflikte nach dem was und wohin der Europäischen Union brachte Roland Freudenstein in die Runde. Sein Plädoyer galt einer Gesellschaft, die auch in 20 Jahren noch eine offene Gesellschaft ist. Dafür braucht es seiner Meinung nach check and balances und eine strengere Auswahl der Migranten. Herr Freudenstein warb dafür, dass letztendlich Subsidiarität und wirtschaftlicher Erfolg Extreme in Schach halten.
Dr. Tim Peters begann seinen Beitrag mit der Bekämpfung der Fluchtursachen und der Zusammenarbeit mit der Türkei. Er sprach sich aus für eine starke Überwachung der Außengrenzen, die Wahrung des Rechtsstaates und einen Fokus auf die Begrenzung der irregulären Einwanderer. Er brachte dabei den Aspekt der realen Lebensperspektiven und der Notwendigkeit staatlichen Qualifizierungsmaßnahmen ein.
Als letzte Rednerin berichtete Olga Siebert aus ihren Erfahrungen der Flüchtlingsarbeit. Ihrer Meinung nach handelt es sich bei der Migrationskrise um ein Phänomen, was nie gestoppt werden wird und dabei stark von den Medien aufgepeitscht ist. Sie stellte die humanitäre Frage und wünschte sich eine ehrlichere Information auch der Menschen, welche sich noch auf den Weg nach Europa machen möchten. Olga Siebert erinnerte daran, dass es sich bei Flüchtlingen um ganz normale Menschen handelt, welche Leid erfuhren und es ihnen gegenüber eine moralische Verantwortung gibt. Sie verwies darauf, dass es sich hierbei um ein internationales Problem und nicht dem eines einzelnen Staates handelt.
Daraus entwickelte sich eine muntere Debatte, welche viel zum Nachdenken und Weiterdiskutieren anregte, zum Beispiel beim anschließenden Bier in der Beerfactory.
Allen Diskutanten und Teilnehmern ein herzliches Dankeschön! Unsere Gesellschaft lebt vom Diskurs.

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